{"id":119,"date":"2006-12-18T13:15:38","date_gmt":"2006-12-18T13:15:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vocsbox.ch\/wordpress\/?p=119"},"modified":"2021-02-01T10:15:59","modified_gmt":"2021-02-01T09:15:59","slug":"freut-euch-ihr-himmel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vocsbox.ch\/index.php\/2006\/12\/18\/freut-euch-ihr-himmel\/","title":{"rendered":"&#171;Freut euch, ihr Himmel!&#187;"},"content":{"rendered":"\n<pre class=\"wp-block-verse\">Sarganserl\u00e4nder, 18.12.2006<\/pre>\n\n\n\n<p><strong>Besinnliche Advents- und frohe Weihnachtsstimmung vermittelte das ber\u00fchrende Konzert der Vocs Box (Chor ehemaliger Kantonssch\u00fcler von Sargans) unter der Leitung von Harri Bl\u00e4si am Freitagabend in der Pfarrkirche in Heiligkreuz.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Von Hans Hidber<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heiligkreuz\/Mels.<\/strong> &#8211; Bereits vor Konzertbeginn fiel im Chor ein Instrument auf, das laut Bibel schon K\u00f6nig David zu spielen wusste: die Harfe. Das k\u00f6nigliche Instrument, einf\u00fchlsam und souver\u00e4n gespielt von der schon mehrfach mit Preisen ausgezeichneten Harfenistin Katrin Bamert, kam in diesem Konzert verschiedentlich zum Einsatz und verlieh dem Ganzen eine besondere Klangfarbe und Atmosph\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#171;Komm, Emmanuel&#187;<\/strong><br>Der schottische Komponist Rory Boyle (1951) orientierte sich in seinem Stil stark an Igor Stravinsky (1882 &#8211; 1971), ihm wurde auch schon eine &#171;unsentimentale Lyrik&#187; bescheinigt. Nach ein paar kurzen Tonfolgen der Orgel (Erich Jahn) er\u00f6ffneten drei Solistinnen von der Empore herunter das Konzert mit dem Adventsruf &#171;Komm, komm, Emmanuel&#187;. Zeitlos g\u00fcltig dann das Gebet des heiligen Franziskus, in dem unter anderem auch Licht in die Dunkelheit und Frieden ersehnt wird. Weihn\u00e4chtlich wurde es mit den &#171;Drei K\u00f6nigen&#187;, deren Kommen durch die Orgel in trippelnden T\u00f6nen angek\u00fcndigt wurde. Die Trilogie von Boyle&#8217;s Werken fand ihren Abschluss mit dem glanzvollen &#171;Preis und Ehre&#187;.Das Konzert in D-Dur f\u00fcr Streicher und Harfe von Antonio Vivaldi (1678 &#8211; 1741) liess barocke Festfreude aufkommen, w\u00e4hrend im &#171;Pr\u00e9lude et Variation&#187; f\u00fcr Orgel und Harfe von C\u00e8sar Franck (1822 &#8211; 1890) die klaren Linien des franz\u00f6sisch gepr\u00e4gten Neoklassizismus aufschienen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Weihnachtsoratorium<\/strong><br>Camille Saint-Sa\u00ebns (1835 &#8211; 1921), obwohl auch Vertreter des typischen franz\u00f6sischen Musikstils des 19. Jahrhunderts, hatte eine besondere Vorliebe f\u00fcr die alten Klassiker. Das &#171;Pr\u00e9lude&#187; zum Oratorium klassierte er selber als &#171;im Stil von J.s. Bach&#187;, wohl als Seitenhieb auf die damalige Ignorierung der Bach&#8217;schen Genialit\u00e4t. Zum Oratorium selbst stimmte die Orgel behutsam eine Hirtenmelodie an, die von den Streichern sanft aufgenommen und weitergef\u00fchrt wurde. Das Werk besteht aus Psalm- und Evangeliumstexten, die zum Teil im Psalmenton rezitiert und wie in einem Wechselgesang vom Chor \u00fcbernommen werden. Dabei ergibt sich eine stetige Steigerung: Steht anf\u00e4nglich nur ein Solo im Wechsel zum Chor, werden die Solistenstimmen sukzessive bis zum Quintett erweitert. Bemerkenswert waren die sauberen und nahtlosen \u00dcberg\u00e4nge der Soli zum Chorgesang, wie \u00fcberhaupt die hohe Stimmkultur und Tonsicherheit.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eindr\u00fcckliches Erlebnis<\/strong><br>Die nat\u00fcrlichen, jugendfrischen und doch disziplinierten Stimmen, die auch in hohen Lagen nie forciert werden mussten, das abgerundete und den Chor nie dominierende Orchester in seinem warmen Wohlklang (Konzertmeisterin Vreni Sailer) und die souver\u00e4ne Leitung durch Harri Bl\u00e4si f\u00fchrten zu einem ausgewogenen Zusammenspiel. Angenehm auch die den Texten angepasste, ruhige, dennoch mit rhythmischem Schwung dahinfliessende Harmonie. Die Lobpreisungen, Bitt- und Hallelujarufe hoben sich als dynamische Farbtupfer von den l\u00e4ngeren, lyrisch-erz\u00e4hlenden Passagen ab. Als besondere H\u00f6hepunkte sind auch die Eins\u00e4tze der Solisten zu werten: Bea R\u00fctsche-Ott (Sopran); Esther Bl\u00e4si-Huber (Mezzosopran); Sarah Cathomas (Alt); Felix Lutz (Tenor) und Alfred Kesseli (Bass). Eine instrumentale Schl\u00fcsselrolle neben der bereits erw\u00e4hnten Harfenistin) spielte Organist Erich Jahrn, der durch gekonnte Registrierung und gewohnt virtuos dem jeweiligen Charakter der St\u00fccke in unaufdringlicher Art Rechnung trug.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ein freudvoller Schlusspunkt<\/strong><br>Der lang anhaltende Schlussapplaus h\u00e4tte f\u00fcr etliche Zugaben ausgereicht. Sinnvollerweise wurde jedoch darauf verzichtet, sollte doch der allm\u00e4hlich aufgebaute, fulminante Schlusspunkt von Chor, Orchester und Orgel das klangvolle und definitive &#171;Amen&#187; dieses eindr\u00fccklichen Weihnachtskonzerts bilden. &#171;Denn Er kommt, Halleluja!&#187; &#8211; was k\u00f6nnte diesem Lobgesang des jubilierenden Himmels und der jauchzenden Erde noch hinzugef\u00fcgt werden?<br><br>Weitere Auff\u00fchrungen jeweils um 20.30 Uhr am 22. Dezember in der reformierten Kirche Maienfeld, am 26. Dezember in der kath. Kirche Lenzerheide und am 27. Dezember in der kath. Kirche Buchs<br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sarganserl\u00e4nder, 18.12.2006 Besinnliche Advents- und frohe Weihnachtsstimmung vermittelte das ber\u00fchrende Konzert der Vocs Box (Chor ehemaliger Kantonssch\u00fcler von Sargans) unter der Leitung von Harri Bl\u00e4si am Freitagabend in der Pfarrkirche in Heiligkreuz. 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